Scoyo im TV
Kürzlich hat Scoyo das erste mal eine TV Werbung auf RTL/VOX ausgestrahlt. Der Werbespot ist verknüpft mit einem Sonderangebot: 3 Monate Scoyo für 9,99€. Das ist doch mal ein netter Preis.
Ich selbst war bei Scoyo-Betatester und kann deshalb ein bisschen vom Portal erzählen:
Scoyo ist eine Plattform für spielerisches Lernen und Videolernen. Ähnlich wie Sofatutor bietet man auch bei Scoyo Lernvideos an. Der große Unterschied ist nur, dass es sehr aufwändig produzierter Content ist und im Gegensatz zu Sofatutor nicht user-generated. Der Zuschauer erhält dafür, dann aber auch Videos die professionell animiert sind. Alle Clips sind im Mangastil gehalten und extrem bunt. Ob eine solche Darstellung die Schüler fesselt oder eher ablenkt vermag ich nicht zu beurteilen.
In jedem Fall hat Scoyo eine sehr junge Zielgruppe im Auge, da mit Magavideos vermutlich keine Schüler jenseis der 7. Klassen angesprochen werden können. Ein weiteres Highlight für diese Gruppe sind die Lernspiele. Ich selbst war im ersten Moment fasziniert, als ich ihm Browser den Charakter eines Zeitreisenden in einer 3D-Welt annehmen durfte, der durch das antike Rom läuft und Aufgaben bewähltig. Diese Faszination hatte sich dann aber nach wenigen Minuten gelegt, da ich es nicht bis ins antike Rom geschafft habe. Ich konnte den Teleporter nicht bedienen, da man vorher eine Reihe von Multiple-Choice-Fragen über Rom richtig beantworten muss. Das war sowas von frustrierend.
Ist Scoyo Web2.0? Ganz sicher nicht. Scoyo mag eine hervorragend umgesetzte Lernplattform sein, hat aber mit den Gedanken von Kollaboration im Netz nichts zu tun. So wie Scoyo sich präsentiert hätte es auch schon vor 10 Jahren produziert werden können. Das muss ja wirklich nicht schlecht sein, wundert mich aber schon ein wenig. Glaubt man bei Scoyo, dass die Zielgruppe damit nicht klar kommen würde? Oder glaubt man, dass es Probleme mit dem Jugendschutz gäben würde?
Das Hauptaugenmerk bei Scoyo liegt auf jeden Fall auf den Videos. In den Videos wird eine Geschichte erzählt, dass z.B. ein Stuhl verbrochen ist. Die Akteure des Videos finden, dann heraus, dass dies an einem verrosteten Nagel liegt der gebrochen ist. Auf diese Weise wird dann Rost erklärt. In einer anderen Geschichte geht es um Prozentrechnung. Da soll ein Piratenschatz unter verschiedenen Parteien aufgeteilt werden.
Sind diese Alltagsbeispiele eine Hilfe oder machen sie das Lernen schwerer? Ich kann mich nur erinnern, dass in meiner Schulzeit die Aufgaben, die an realen Beispielen gelöst werden mussten, immer die unbeliebtesten waren. Das könnte sich aber geändert haben. Und wer weiß, vielleicht lernt es sich wirklich besser, wenn man weiß wozu der ganze Unsinn gut ist.
Aus gut informierten Kreisen habe ich gehört, dass Bertelsmann einen hohen 2stelligen Millionenbetrag in Scoyo investiert hat. Da kann man wirklich nur staunen.
Wird das Thema online Lernen jetzt präsenter in den Köpfen der Eltern? Wir alle können es nur hoffen.